Im Interview: Kerstin Gier
Kerstin Gier kann eine Premiere feiern: Die Bestsellerautorin hat zum ersten Mal eines ihrer Hörbücher selbst eingesprochen! Wir bieten Ihnen hierzu exklusiv einen Akustischen Download-Service an. Dieser Service umfasst ein Interview zum Download. Wir freuen uns, wenn Sie das Material für Ihre redaktionelle Arbeit gekürzt oder ungekürzt nutzen. Selbstverständlich können Sie gerne Besprechungsexemplare bestellen.
»Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner«
Kati ist mit Felix glücklich, aber inzwischen hat sich der Alltag in ihr Liebesleben geschlichen – und damit die Zweifel: Ist es überhaupt eine gute Idee, mit ihm alt werden zu wollen? Als sie Mathias kennen lernt und sich in ihn verliebt, wird Katis Leben plötzlich kompliziert. Und turbulent. Besonders, als sie einen Unfall hat und im Krankenhaus wieder zu sich kommt. Exakt einen Tag, bevor sie Felix das erste Mal begegnet ist - fünf Jahre zuvor. Dieses Mal möchte Kati alles richtig machen - und sich für den richtigen Mann entscheiden ...
Ein Roman über die große Liebe und das kleine Glück. Und über die Schwierigkeiten, das Schicksal zu überlisten.
Das war eigentlich gar nicht meine Entscheidung. Der Verlag hat mich gefragt, ob ich das gerne machen möchte. Und ich habe mir gedacht: Warum nicht?
Erster und letzter Satz waren auf jeden Fall nicht die schlimmsten in diesem Manuskript. Ich habe aber erschreckend viele Schachtelsätze und ganz viele Zischlaute eingebaut – und die habe ich beim Lesen oft verflucht.
Wenn man sich einmal verlesen hat, dann konnte man davon ausgehen, dass man für diesen Satz ungefähr eine Viertelstunde braucht. Denn den Satz musste ich dann elf-, zwölf- oder sogar vierzehnmal hintereinander lesen, bis alles geklappt hat. Da hatte ich manchmal wirklich das Gefühl, mir wächst Gras im Mund.
Das kommt natürlich darauf an, wie andere das Hörbuch finden. Aber warum nicht?
Richtig cool war die Verpflegung! Und zwischendurch war es auch manchmal ganz lustig, sich zu verlesen. Und richtig schön war auch, dass wir beim Lesen noch etliche Druckfehler gefunden haben, die wir dann für die nächsten Auflagen des Buchs noch ändern können.
Zuerst einmal habe ich das Buch ja selber geschrieben. Das war natürlich eine gute Vorbereitung. Und dann habe ich sehr viel heißen Tee getrunken.
Abgesehen von dem Wort „Er-innerung“ und „erinnern“ – was nämlich auch „er-innern“ ausgesprochen wird – hatte ich noch wirklich Schwierigkeiten bei dem Wort „ruinieren“, weil mich das immer an das Wort „urinieren“ erinnert hat.
Und abgesehen davon habe ich den Namen Xavier, den ich selber erfunden hatte für eine Figur im Buch, wirklich hassen gelernt. Jedes Mal, wenn ich den schon von Weitem gesehen habe, wurde mir ganz anders. Ich wünschte, ich hätte ihn Carlos genannt! Aber zu spät.
Ganz kurz: Eine glücklich verheiratete Frau verliebt sich in einen anderen Mann. Das war jedenfalls die Handlung, die ich der Lektorin letztes Jahr vorgeschlagen hatte. Und an der Stelle, wo es dann unmoralisch wird, nämlich da, wo sich die verheiratete Frau und der andere Mann das erste Mal küssen, habe ich die Protagonistin einfach vor eine U-Bahn geschubst. Und als sie wieder aufwacht, befindet sie sich fünf Jahre zuvor in ihrer eigenen Vergangenheit und kann diese letzten fünf Jahre noch einmal leben.
Die fünf Jahre lohnen sich fast gar nicht, ganz ehrlich. Aber ich würde es wie Kati machen und versuchen, ein bisschen Geld mit Fußballwetten zu gewinnen. Ansonsten das Übliche: Mehr Augencreme benutzen, vielleicht Sit-ups machen jeden Abend. Ich würde eigentlich nicht wirklich viel anders machen, denn ich bin ganz glücklich.
Ich glaube, das Hörbuch wird allen Leuten gefallen, die romantische Geschichten mögen und lustige Geschichten und die in diesem Fall für die ungekürzte Version auch viel Zeit mitbringen.
Der Esel ist der Spitzname der Protagonistin. Sie wird von ihrem Ehemann Eselchen genannt. Und ich wollte unbedingt einen Esel auf dem Cover haben, weil ich die so süß finde mit ihren flauschigen Ohren.


